Mit ihrem Beschluss vom Dezember 2025 konkretisiert die Bundesnetzagentur die Methodik des Effizienzvergleichs für Stromverteilnetzbetreiber. Ziel ist eine transparente und vergleichbare Kostenbasis zur Festlegung fairer Erlösobergrenzen für die kommende Regulierungsperiode.

Ab dem nächsten Effizienzvergleich kommt es zu einer wesentlichen Änderung: Redispatchkosten werden erstmals Bestandteil der Benchmark-Kostenbasis. Während sie bis zur 3. Regulierungsperiode als dauerhaft nicht beeinflussbar galten und in der 4. Regulierungsperiode zwar volatil, aber noch nicht effizientwertrelevant waren, wirken sie künftig direkt auf den Effizienzwert – und damit auf die Erlösobergrenze.

Damit entfalten Redispatchkosten einen doppelten Effizienzeffekt:
Als volatile Kosten bleiben sie grundsätzlich ausgleichsfähig, unterliegen aber der Effizienzbewertung. Zugleich verstärken sie durch ihre Einbeziehung in die Kostenbasis des Effizienzvergleichs den Effizienzdruck im Benchmark.

Warum das kritisch ist:
Redispatchmaßnahmen sind für viele Netzbetreiber unvermeidbar, insbesondere in Regionen mit hoher EE-Einspeisung. Zwar versteht die Bundesnetzagentur die Neuregelung als Anreiz, Redispatch zu vermeiden. Tatsächlich sind die Kosten jedoch regional sehr unterschiedlich verteilt mit entsprechend ungleichen Effizienzeffekten.

Wären alle Netzbetreiber gleichermaßen betroffen, wäre der relative Vergleich unproblematisch. In der Realität geraten jedoch besonders stark betroffene Netzbetreiber systematisch unter Effizienzdruck. Ohne strukturelle Adjustierungen droht, dass Effizienzwerte weniger die betriebliche Leistungsfähigkeit als vielmehr regionale Netzrealitäten abbilden. Redispatch wird damit vom reinen Betriebsinstrument zu einem Bewertungselement der Netzstrategie.

Was kommt als Nächstes?
Die Bundesnetzagentur wird die Methodik zur Vergleichmäßigung der Redispatchkosten in einer eigenen Festlegung konkretisieren. Bis dahin bleibt offen, wie ein fairer Ausgleich zwischen Effizienz, Investitionsanreizen und Systemverantwortung gelingt.

E-Bridge begleitet Netzbetreiber bei der Bewertung und strategischen Steuerung von Redispatchkosten, damit Effizienzvergleich, Investitionsentscheidungen und Netzrealität zusammenpassen. Kontaktieren Sie uns gerne: Steffen Boche, Gregory Cautaerts

 

Ihr Ansprechpartner

Steffen Boche
Senior Consultant