Die Transformation der Gasverteilnetze stellt Netzbetreiber vor grundlegende strategische und wirtschaftliche Fragen: Welche Maßnahmen müssen heute ergriffen werden, damit auch künftig wirtschaftlich tragfähige Netze betrieben werden können?

Mit dieser Frage beschäftigen sich Lorenz Valk, Dr. Philipp Heuser und Dr. Henning Schuster in ihrem Fachartikel „Gasnetztransformation in der Praxis: Erkenntnisse und Handlungsempfehlungen aus Strategiestudien zur Zukunft der Verteilnetze“, erschienen in Ausgabe 05/2026 des energate Magazins emw. Die Autoren zeigen auf, welche Herausforderungen auf Gasnetzbetreiber zukommen und welche Handlungsfelder bereits heute in den Blick genommen werden sollten.

Die wirtschaftliche Gestaltung des Übergangs ist entscheidend

Die Zukunft der Gasverteilnetze wird nicht allein durch das langfristige Zielbild bestimmt, sondern vor allem durch die Fähigkeit, unter Unsicherheit die richtigen Entscheidungen zu treffen. Künftig werden die Netze deutlich kleiner sein und sich stärker auf industrielle sowie energiewirtschaftliche Ankerkunden konzentrieren.

Die zentrale Herausforderung liegt dabei in der wirtschaftlichen Gestaltung des Übergangs. Denn mit sinkender Zahl angeschlossener Kunden droht ein problematischer Kreislauf: Steigende spezifische Netzkosten führen zu höheren Netzentgelten. Diese können wiederum zusätzliche Kunden dazu bewegen, auf alternative Versorgungslösungen umzusteigen.

Um dieser Entwicklung frühzeitig zu begegnen und die Transformation aktiv zu gestalten, identifizieren die Autoren fünf zentrale Handlungsfelder.

Fünf Handlungsempfehlungen für Gasnetzbetreiber

1. Datenbasiertes „Stilllegungsradar“ etablieren
Ein datenbasiertes Stilllegungsradar ermöglicht es, frühzeitig wirtschaftlich sinnvolle Transformationspfade zu identifizieren und damit eine fundierte Grundlage für strategische Entscheidungen zu schaffen.

2. Auf Verteilnetzentwicklungspläne vorbereiten
Netzbetreiber sollten die Vorbereitung auf Verteilnetzentwicklungspläne (VNEP) vorantreiben und gleichzeitig systematisch Kompetenzen für die Planung und Umsetzung von Stilllegungen aufbauen.

3. Ankerkunden frühzeitig einbeziehen
Industrielle und energiewirtschaftliche Ankerkunden sollten frühzeitig in die Überlegungen einbezogen und in die Zielnetzplanung integriert werden.

4. Rolle von Biomethan realistisch bewerten
Die Potenziale von Biomethan sollten unter Berücksichtigung von Verfügbarkeit, Kosten und regulatorischen Rahmenbedingungen realistisch bewertet und in die Transformationsplanung einbezogen werden.

5. Investitionen am langfristigen Zielnetz ausrichten
Investitionsentscheidungen sollten konsequent auf das langfristige Zielnetz ausgerichtet werden. Dabei muss die Kosteneffizienz eine zentrale Rolle spielen.

Transformation planbar und wirtschaftlich tragfähig gestalten

Die Zukunft liegt weder in einer flächendeckenden Biomethanversorgung noch in einer umfassenden Wasserstoffumstellung der heutigen Verteilnetze. Entscheidend ist vielmehr, den Übergang zu den künftigen Netzstrukturen wirtschaftlich tragfähig, versorgungssicher und planbar zu gestalten.

E-Bridge unterstützt Gasnetzbetreiber dabei, ihre Transformation strategisch und wirtschaftlich tragfähig zu planen, von der Entwicklung des Zielnetzes bis zur Stilllegungsstrategie. Ansprechpartner sind Dr. Philipp Heuser und Lorenz Valk.

Der vollständige Fachartikel „Gasnetztransformation in der Praxis: Erkenntnisse und Handlungsempfehlungen aus Strategiestudien zur Zukunft der Verteilnetze“ ist in der Ausgabe 05/2026 des energate Magazins emw erschienen.

emw_05_2026: Gasnetztransformation in der Praxis: Erkenntnisse und Handlungsempfehlungen aus Strategiestudien zur Zukunft der Verteilnetze

Ihr Ansprechpartner

Lorenz Valk
Senior Consultant