Der Bedarf an Netzanschlüssen wächst rasant. Batteriespeicher, Rechenzentren, Elektrolyseure, Erneuerbare-Energien-Anlagen und neue industrielle Verbraucher benötigen Anschlusskapazitäten, während der Netzausbau vielerorts mehrere Jahre in Anspruch nimmt. Für Netzbetreiber, Projektentwickler und Investoren stellt sich daher zunehmend die Frage: Wie können neue Projekte trotz knapper Netzkapazitäten schneller ans Netz gebracht werden?

Eine mögliche Antwort bieten Flexible Connection Agreements (FCA). Sie ermöglichen es, vorhandene Netzkapazitäten effizienter zu nutzen und zusätzliche Netzanschlüsse bereits vor dem Abschluss notwendiger Netzausbaumaßnahmen zu realisieren. Damit können Projekte früher umgesetzt werden, ohne die Versorgungssicherheit zu gefährden.

Gastbeitrag im ew-Magazin

Zu diesem Thema haben unsere Kollegen Dr. Henning Schuster, Dr. Philipp Heuser und Kilian Bienert einen Fachbeitrag in der aktuellen Ausgabe des ew-Magazins veröffentlicht. Der Artikel erläutert die Grundlagen von Flexible Connection Agreements, stellt verschiedene technische Ausgestaltungen vor und beleuchtet die Anforderungen und Perspektiven von Netzbetreibern, Investoren sowie Projektentwicklern.

Von statischen bis zu dynamischen FCA-Modellen

Flexible Netzanschlüsse sind kein einheitliches Produkt. Je nach Anwendungsfall können sie unterschiedlich ausgestaltet werden. Der Beitrag beschreibt verschiedene Entwicklungsstufen von FCA, die von einfachen statischen Leistungsbegrenzungen über regelbasierte Ansätze bis hin zu dynamischen und kurativen Modellen reichen. Ziel ist es stets, zusätzliche Anschlusskapazitäten nutzbar zu machen und gleichzeitig einen sicheren Netzbetrieb zu gewährleisten.

Besonders regelbasierte FCA stehen derzeit im Fokus vieler Umsetzungsaktivitäten. Hier werden mögliche Einschränkungen beispielsweise an die prognostizierte Einspeisung von Wind- und PV-Anlagen gekoppelt. So lassen sich vorhandene Netzkapazitäten besser ausnutzen und zusätzliche Anschlussmöglichkeiten schaffen. Viele aktuell entwickelte Lösungen für Batteriespeicher, Rechenzentren und Elektrolyseure folgen diesem Ansatz.

FCA als Ergänzung zum Netzausbau

Die Autoren betonen, dass Flexible Connection Agreements den Netzausbau nicht ersetzen können. Sie können jedoch helfen, den Zeitraum bis zur Fertigstellung neuer Netzinfrastruktur effizient zu überbrücken und bestehende Kapazitäten besser zu nutzen. Voraussetzung für den Erfolg sind transparente, diskriminierungsfreie und freiwillige Vereinbarungen, die einen klaren Mehrwert für Anschlussnehmer schaffen. Darüber hinaus gewinnt das Zusammenspiel von FCA, Netzausbau, Netzplanung, Vergabeverfahren und Engpassmanagement zunehmend an Bedeutung. Langfristig zeichnet sich ein integriertes Zielbild ab, in dem diese Instrumente eng miteinander verzahnt sind und gemeinsam dazu beitragen, die steigende Nachfrage nach Netzanschlüssen zu bewältigen.

Der vollständige Fachartikel „Flexible Netzanschlüsse: Netzkapazitäten besser nutzen und zusätzliche Anschlüsse ermöglichen“ ist in der Ausgabe 09/2026 des ew-Magazins erschienen.

ew_09_2026: Flexible Netzanschlüsse: Netzkapazitäten besser nutzen und zusätzliche Anschlüsse ermöglichen

Ihr Ansprechpartner

Dr. Henning Schuster
Geschäftsführer