ju:niz Energy plant am Standort Vöhringen ein Batteriespeicherprojekt mit 100 MW Anschlussleistung. Laut Netzanschlussvertrag ist eine Einspeisung auf maximal 1.000 Stunden pro Jahr begrenzt, wobei der Netzbetreiber bereits heute von rund 500 Abregelungsstunden ausgeht. Diese Einschränkungen wirken sich signifikant auf die Wirtschaftlichkeit des Vorhabens aus. Ziel des Projekts ist es, die technischen Ursachen für diese Begrenzungen besser zu verstehen und zu bewerten, welchen Einfluss sie auf die Vermarktung des Speichers haben – insbesondere unter Berücksichtigung sogenannter Flexible Connection Agreements (FCA), die eine flexiblere Nutzung ermöglichen könnten.

E-Bridge führt eine stufenweise Analyse durch. Im ersten Schritt werden historische Redispatchdaten aus der Region ausgewertet, um typische Engpassmuster zu identifizieren und die vom Netzbetreiber angenommene Abregelungsdauer zu plausibilisieren. Darauf aufbauend wird in einem zweiten Schritt eine Projektion zukünftiger Abregelungsrisiken erarbeitet. Diese berücksichtigt regionale Netzausbaupläne, erwartete EE-Zubauten und stochastisch modellierte Einspeise- und Lastprofile. Im letzten Schritt wird eine wirtschaftliche Bewertung vorgenommen, indem prognostizierte Abregelzeiten mit Marktpreiszeitreihen kombiniert werden. Daraus leitet E-Bridge potenzielle Erlösverluste und Optimierungsoptionen ab und bereitet die Erkenntnisse in Form von Argumentationshilfen für Verhandlungen mit dem Netzbetreiber LEW auf.

Durch die Kombination aus netztechnischer Analyse, stochastischer Prognose und wirtschaftlicher Bewertung entsteht ein ganzheitliches Bild über die tatsächliche Belastung des Projekts durch netzseitige Einschränkungen. Die differenzierte Abschätzung der Abregelungsrisiken zeigt, unter welchen Voraussetzungen ein wirtschaftlicher Betrieb des Speichers möglich bleibt. Die Untersuchung der FCA-Optionen liefert konkrete Empfehlungen zur Flexibilisierung des Netzanschlusses. Insgesamt versetzt das Projekt ju:niz in die Lage, regulatorische und technische Argumente gezielt in den Austausch mit dem Netzbetreiber einzubringen, die Projektwirtschaftlichkeit fundiert zu bewerten und mögliche Optimierungspotenziale frühzeitig zu erschließen.

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Dr. Henning Schuster
Geschäftsführer