Der BDEW-Kongress 2026 in Berlin hat eindrücklich gezeigt, dass die regulatorischen und strategischen Grundlagen für die Strominfrastruktur der kommenden Dekade aktuell neu justiert werden. In zahlreichen Diskussionen wurde deutlich: Die Energiewende tritt in eine entscheidende Umsetzungsphase ein.

Für E-Bridge waren Dr. Henning Schuster (Geschäftsführer), Dr. Kevin Münch (Head of DSO) und Dr. Philipp Heuser (Head of Hydrogen & Gas) vor Ort und im intensiven Austausch mit Kunden und Partnern aus der Energiewirtschaft.

Ein zentrales Thema war die zunehmende Synchronisation von Netz- und Erzeugungsausbau. Statt isolierter Ausbauziele rückt die integrierte Planung stärker in den Fokus. Dr. Henning Schuster ordnet diese Entwicklung ein: „Die Energiewende tritt in ihre nächste Phase ein. Auf dem BDEW-Kongress entsteht der Eindruck, dass die energiepolitischen Puzzleteile zunehmend zusammenfinden. Während wir in den vergangenen Jahren vor allem über Ausbauziele gesprochen haben, schaffen wir jetzt die Voraussetzungen für eine intelligente Synchronisation von Netz- und Erzeugungsausbau. Das Netzpaket kann hierfür einen wichtigen Rahmen setzen.“

Parallel dazu verändert sich die Perspektive auf die Verteilnetze selbst. Neben dem weiteren Ausbau gewinnt die intelligente Nutzung bestehender Infrastruktur an Bedeutung. Dr. Kevin Münch betont: „Die Transformation der Verteilnetze wird nicht allein durch zusätzliche Infrastruktur bestimmt, sondern durch die intelligente Nutzung vorhandener Netzkapazitäten und Flexibilitäten.“

Auch im Bereich Wasserstoff zeigt sich eine deutliche Entwicklung hin zu mehr Realismus und Priorisierung. Nach einer Phase hoher Erwartungen stehen nun konkrete Rollen im Zielsystem sowie die effiziente Nutzung begrenzter Ressourcen im Vordergrund. Dr. Philipp-Matthias Heuser erklärt: „Der BDEW-Kongress 2026 zeigt eine klare Konsolidierung der Wasserstoffwirtschaft: Der Hype ist abgeebbt, während zentrale Projekte weiterhin die strategische Rolle von Wasserstoff im klimaneutralen Zielsystem 2045 unterstreichen. Gleichzeitig wird deutlich, dass knappe erneuerbare Gase künftig gezielt und priorisiert eingesetzt werden müssen.“

Insgesamt wird klar: Die wesentlichen Handlungsfelder sind definiert. Der Fokus verschiebt sich zunehmend auf die Umsetzung – mit klaren regulatorischen Rahmenbedingungen, pragmatischen Lösungsansätzen und einem engen Austausch zwischen allen Akteuren der Energiewirtschaft.

Dr. Henning Schuster | Dr. Kevin Münch | Dr. Philipp-Matthias Heuser

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Dr. Henning Schuster
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